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Wildtiere im Siedlungsraum Baden-Württembergs II

Hintergrund

In ganz Europa erobern Wildtiere den Sieldungsraum. Längst geht es nicht mehr um altbekannte Untermieter menschlicher Behausungen und Gärten wie Steinmarder, Igel  und Fledermäuse; die Liste der „Stadttiere“ wird stetig länger.

Die Erfahrungen aus dem abgeschlossenen Projekt "Wildtiere im Siedlungsraum Baden-Württembergs" zeigen, dass das dieses Thema an Brisanz zunimmt. Ursächlich erscheint nicht nur die stetig wachsende Siedlungs- und Verkehrsfläche. Bei einigen Arten lässt sich eine zunehmende Anpassung an den Siedlungsraum beobachten (Rotfuchs), andere „Stadtbewohner“ sind in Baden-Württemberg allgemein in Ausbreitung begriffen (Waschbär) oder sind schon länger (Steinmarder) in Wohngebieten verbreitet. Hohe Dichten im Umland begünstigen, dass Arten wie Wildschwein und Dachs auch im Siedlungsraum auftreten.

Personen in Gemeindeverwaltungen, Jagd- und Forstbehörden, Jägerschaft, Verbänden, etc., berichteten von einer deutlichen Zunahme von Anfragen zu Wildtieren im Siedlungsraum aus der Bevölkerung und schätzten die Betroffenen mehrheitlich als unwissend im Umgang mit Wildtieren ein. Als Arten mit hohem Konfliktpotenzial wurden vor allem Rotfuchs, Steinmarder, Wildschwein und Dachs genannt. In den meisten Fällen bestand bei den Befragten eine Bereitschaft, die Bevölkerung zu unterstützen; ein unklarer Handlungsrahmen mache es jedoch oft schwierig, befriedigende Lösungen zu finden. Es besteht großer Bedarf, Potenziale zu bündeln und Kompetenzen zu schaffen.
Unsere bisherigen Arbeiten fokussierten auf das Konfliktpotential. Wir erwarten jedoch, dass ein nicht unerheblicher Anteil der Bevölkerung sich am Auftreten von Wildtieren im Siedlungsraum erfreut, wogegen Konflikte nur von einer Minderheit empfunden werden. Maßnahmen zur Konfliktlösung könnten somit den Unmut einer Mehrheit nach sich ziehen. Eventuell können jedoch positive Bewertungen schnell umschlagen, sobald Personen selbst negativ durch Wildtiere beeinträchtigt werden. Hier besteht Klärungsbedarf.

Zielsetzung und Ansätze

Aufbauend auf dem vorausgegangenen Projekt "Wildtiere im Siedlungsraum Baden-Württembergs"  werden in diesem Folgeprojekt ergänzend Daten zu der Situation in Baden-Württemberg erhoben. In den folgenden Schritten wird nach konkreten Maßnahmen zur Implementation von Wildtiermanagement im Siedlungsraum gesucht.

Module:

  • Repräsentative Bevölkerungsbefragung

wildschwein_stadtIn einer telefonischen, repräsentativen Bevölkerungsbefragung werden vor allem die Einstellungen der Bevölkerung Baden-Württembergs zum Thema Wildtieren in Städten und Dörfern untersucht, sowie die Faktoren, die diese Einstellungen beeinflussen.

Die Befragung wird im Sommer 2014 durch das Sozialwissenschaftliche Umfragezentrum in Duisburg durchgeführt.

 

 

  • Expertenworkshops

Im Rahmen von zwei aufeinander aufbauenden Expertenworkshops, die wir im Spätherbst 2014 und im Frühjahr 2015 in allen vier Regierungsbezirken Baden-Württembergs veranstalteten, wurde ein konkreter Maßnahmenkatalog für die Implementation von Wildtiermanagement im Siedlungsraum entwickelt. Dabei wurde welche Maßnahmen gebraucht werden, wie diese umgesetzt werden können und wer diese umsetzen kann.

Die erste Runde der Expertenworkshops fand an folgenden Terminen statt:

  • Regierungsbezirk Tübingen (fällt leider aus): 25.11.2014
  • Regierungsbezirk Karlsruhe: 27.11.2014
  • Regierungsbezirk Stuttgart: 04.12.2014
  • Regierungsbezirk Freiburg: 10.12.2014 

 

An diesen Terminen fand die zweite Runde der Expertenworkshops statt:

  • Regierungsbezirk Tübingen: 24.2.2015 (ganztägig)
  • Regierungsbezirk Stuttgart: 10.3.2015
  • Regierungsbezirk Freiburg: 11.3.2015
  • Regierungsbezirk Karlsruhe: 12.3.2015

 

  • Internetplattform

Um ein Informationsmedium für die Bevölkerung zu schaffen, wird im Rahmen des Projektes eine Internetplattform zum Thema Wildtiere im Siedlungsraum Baden-Württembergs entwickelt. Auf der Homepage soll über die Wildtierarten, die im Siedlungsraum Baden-Württembergsauftreten informiert und aufgeklärt werden, um so Konflikte zu reduzieren.

Die Freischaltung der Homepage ist für Frühjahr 2016 geplant. Die Plattform wird über das Portal  www.wildtiere-bw.de zu finden sein.

 

  • Abschlussveranstaltung

In einer Abschlussveranstaltung werden die Forschungsergebnisse einem breiten Fachpublikum präsentiert. Die Veranstaltung wird am 25.2.2016 in Malsch bei Karlsruhe stattfinden.

 

Projektleitung Prof. Dr. Ilse Storch
Bearbeitung Dipl.- Forstw. Geva Peerenboom
Dr. Andy Selter (Professur für Forst- und Umweltpolitik)
MSc Fanny Betge
Laufzeit 2013-2016
Partner Professur für Forst- und Umweltpolitik
Auftraggeber Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg
Förderung Landesjagdabgabe Baden-Württemberg

 

Presseartikel zum Thema:

Wilde Nachbarn - uni'leben 03/2013

Fuchs und Hase – Wildtiere sind mittlerweile in den Städten heimisch (Radiobeitrag)

Der Osterhase lebt in der Großstadt

 

Stadttier

 

 

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