Sie sind hier: Startseite Forschung Laufende Projekte Wildtiere im Siedlungsraum …

Wildtiere im Siedlungsraum Baden-Württembergs III

Hintergrund

 

In ganz Europa erobern Wildtiere den Siedlungsraum. Längst geht es nicht mehr um altbekannte Untermieter menschlicher Behausungen und Gärten wie Steinmarder, Igel  und Fledermäuse; die Liste der „Stadttiere“ wird stetig länger.

Die Erfahrungen aus den ersten beiden Projektphasen „Wildtiere im Siedlungsraum Baden- Württemberg I und II“ zeigen, dass das dieses Thema an Brisanz zunimmt. Inzwischen besitzen wir einen Überblick über auftretende Wildtierarten und Konflikte, sowie über gesellschaftliche Rahmenbedingungen und darüber, wie seitens der öffentlichen Verwaltung mit Mensch-Wildtier-Konflikten im Siedlungsraum umgegangen wird. Wir stellten einen großen Verbesserungsbedarf fest. Für die Entwicklung von Wildtiermanagement-Konzepten für den Siedlungsraum Baden-Württembergs haben wir Handlungsempfehlungen entwickelt, die wir in Form einer Broschüre, erstellt auf Grundlage des Abschlussberichts des Projekts „Wildtiere im Siedlungsraum II“ den öffentlichen Verwaltungen zur Verfügung stellen werden.

 In einer dritten Projektphase möchten wir nun die Umsetzung unserer Empfehlungen zum Wildtiermanagement im Siedlungsraum in Baden-Württemberg wissenschaftlich begleiten und evaluieren.  Außerdem möchten wir die bereits von uns geschaffenen Angebote zur Unterstützung und Information der Bevölkerung zum Thema Wildtiere im Siedlungsraum weiterführen und weiterentwickeln. Dies beinhaltet die Pflege und Aktualisierung der Website http://wildtiere-stadt.wildtiere-bw.de  und geht einher mit der Dokumentation von Erfahrungen und Anfragen, die wir inhaltlich auswerten. Weiterhin wollen wir die Idee der „citizen science“ aufgreifen und Bürgern die Möglichkeit geben, Wildtier- Sichtungen über eine Internetplattform zu melden und zentral zu speichern. Für die Entwicklung streben wir eine Kooperation mit dem Verein Stadtwildtiere an, der eine solche Plattform für Städte in Österreich und der Schweiz schon erfolgreich betreibt.

 

.

 

Zielsetzung und Ansätze

 

 

Modul 1: Wissenschaftliche Begleitung der Umsetzung auf Kreisebene

 

Hier wollen wir die Umsetzung der Empfehlungen der vorangegangenen Projektphasen in den zwei Modellkreisen Freiburg und Waldshut wissenschaftlich begleiten. Zunächst soll mit den Projektpartnern und den zuständigen Wildtierbeauftragten das Vorgehen festgelegt, sowie der aktuelle Bearbeitungsstand zum Wildtiermanagement im Siedlungsraum und die beteiligten und zu beteiligenden Akteure ermittelt werden. Darauf aufbauend planen wir mittels Workshops die Akteure auf einen gemeinsamen Wissensstand zu bringen und potenzielle Bereiche zu identifizieren, auf die sich die Umsetzung konzentrieren soll. Das kann beispielsweise folgende Bereiche umfassen: Kommunikationswege verbessern, Kompetenzen und Verantwortungsbereiche benennen, Netzwerke entwickeln und stärken, Entscheidungshilfen formulieren, Datenerhebung organisieren. Wir planen die Erstellung eines Projektberichts, der für alle Landkreise in Baden-Württemberg verfügbar sein soll; hier werden die Erfahrungen aus den Modellgebieten zusammengefasst und mögliche Wege und Stolperfallen der Umsetzung eines urbanen Wildtiermanagements auf Kreis- und kommunaler Ebene aufgezeigt.

 

Modul 2: Weiterentwicklung des Informationsangebots und Einrichtung eines Citizen Science -Portals zum Thema Wildtiere im Siedlungsraum

 

Die Website http://wildtiere-stadt.wildtiere-bw.de wurde im Februar 2016 freigeschaltet und bietet den Bürgern in Baden-Württemberg ein umfangreiches Informationsangebot zum Thema Wildtiere im Siedlungsraum. Um dieses Angebot aufrecht zu erhalten, bedarf es intensiver Unterhaltung und Pflege. 

In Berlin,  Österreich und der Schweiz werden seit einiger Zeit erfolgreich über die Portale „https://www.rbb-online.de/fuechse/“, „http://www.stadtwildtiere.ch“ bzw. „http://www.stadtwildtiere.at“  von Bürgern gemeldete Daten zu Wildtieren im Siedlungsraum gesammelt. Wir streben an, dieses Angebot auch auf Teile Baden-Württembergs auszudehnen. Die so erhobenen Daten können einerseits dem Wildtier-Monitoring-Programm in Baden-Württemberg bereitgestellt, andererseits gemeinsam mit den Partnern in Österreich und der Schweiz und Berlin ausgewertet werden.

 Mit begleitender Öffentlichkeitsarbeit wollen wir die Informationswebsite und das Meldeportal im Bundesland bekannt machen. 

 

 

Projektleitung

Prof. Dr. Ilse Storch

Bearbeitung

Dipl.-Forstw. Geva Peerenboom
MSc Fanny Betge

Laufzeit

2017-2019

Auftraggeber

Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg

Förderung

Landesjagdabgabe Baden-Württemberg

 

 

abgelegt unter: